19.12.2010 17:15

Zum 4. Advent

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<h2 style=""text-align: center;""><img src=""http://www.strandstuermer.com/sts_neu/advent4.jpg"" style=""vertical-align: middle;"" /></h2>
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<h2>Auch Rot-Gr&uuml;n gegen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag</h2>
<h1><span style=""color: #ff9900;""><span style=""font-family: arial black,avant garde;""><span style=""font-size: large;"">Mehrheit gegen neuen Staatsvertrag</span></span></span></h1>
<p class=""bold"" id=""wsProlog"">Rot-Gr&uuml;n in NRW wird nun auch gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag stimmen. Damit steht die Neuregelung vor dem Aus. Die <acronym lang=""De"" title=""Christlich Demokratische Union Deutschlands"">CDU </acronym>hatte zuvor angek&uuml;ndigt, gegen das Gesetz zu stimmen, obwohl sie es mit ausgehandelt hatte.</p>
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<p class=""bold"" id=""wsProlog"">Weiter unter Mehr</p>
</div>Der Beschluss, nun auch gegen den Staatsvertrag zu stimmen, sei am Mittwochmorgen (15.12.10) in den Fraktionen von <acronym lang=""De"" title=""Sozialdemokratische Partei Deutschlands"">SPD</acronym> und Gr&uuml;nen einstimmig gefallen, sagten die Fraktionschefs Norbert R&ouml;mer und Reiner Priggen in einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Nach der Ank&uuml;ndigung der Christdemokraten am Vorabend, mit ""Nein"" bei der Abstimmung im Landtag am Donnerstag zu stimmen, habe Rot-Gr&uuml;n keine Mehrheit mehr. Die Minderheitsregierung verf&uuml;gt &uuml;ber 90&nbsp;Stimmen, <acronym lang=""De"" title=""Christlich Demokratische Union Deutschlands"">CDU</acronym>, <acronym lang=""De"" title=""Freie Demokratische Partei"">FDP </acronym>und Linkspartei &uuml;ber 91.&nbsp;Liberale und Linke hatten bereits klar gemacht, dass sie gegen die Neuregelung des Staatsvertrags votieren werden. Unter anderem sieht sie vor, dass Inhalte im Netz mit einer Altersangabe versehen werden m&uuml;ssen oder nur zu bestimmten Uhrzeiten verf&uuml;gbar sein d&uuml;rfen.<br /><br /><br />
<h3>Schwarz-Gelb hat Vertrag mit ausgehandelt</h3>
<p>Die fr&uuml;here schwarz-gelbe Landesregierung hatte den Staatsvertrag mit ausgehandelt. Der ehemalige Ministerpr&auml;sident J&uuml;rgen R&uuml;ttgers (<acronym lang=""De"" title=""Christlich Demokratische Union Deutschlands"">CDU</acronym>) hatte ihn am 10.&nbsp;Juni - nach der Wahlniederlage - bereits unterzeichnet. Er m&uuml;sste aber noch vom D&uuml;sseldorfer Landtag ratifiziert werden. Nur wenn alle Bundesl&auml;nder der Neuregelung zustimmen, w&uuml;rde der 14.&nbsp;Staatsvertrag am 1.&nbsp;Januar 2011&nbsp;in Kraft treten. NRW stimmt am Donnerstagnachmittag als letztes Bundesland &uuml;ber den Vertrag ab, der schleswig-holsteinische Landtag wird am sp&auml;ten Vormittag sein Votum abgeben. NRW wird wohl nun als einziges Bundesland den Staatsvertrag ablehnen - und damit kippen.</p>
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<h3>Wende bei der CDU</h3>
<p id=""wsBu02After"">Eigentlich war man in D&uuml;sseldorf davon ausgegangen, dass die CDU dem Staatsvertrag zustimmt, da sie ihn mit ausgehandelt hatte. Andreas Krautscheid, netzpolitischer Sprecher, hatte am Dienstagabend gegen&uuml;ber <strong>WDR.de</strong> die Ablehnung der CDU-Fraktion angek&uuml;ndigt - eine &uuml;berraschende Wende. Er begr&uuml;ndet das ""Nein"" der Christdemokraten unter anderem damit, dass die Industrie eine zertifizierte Jugendschutzsoftware f&uuml;r Anwender nicht im ersten Quartal 2011&nbsp;auf dem Markt bringen k&ouml;nne. Man sei davon ausgegangen, dass bei In-Kraft-Treten des Staatsvertrag eine solche vorliegen w&uuml;rde. Da dies nun nicht der Fall sei, m&uuml;sse die Zeit genutzt werden, um eine Reihe problematischer Punkte nachzubessern. Vor allem m&uuml;sse die Rechtsunsicherheit f&uuml;r Blogger, Privatpersonen und Betreiber kleinerer Websites ausger&auml;umt werden. Ihnen k&ouml;nne nach der geplanten Neuregelung eine Klagewelle drohen.</p>
<p>""In dieser Fassung sagen wir: so jetzt nicht"", betonte Krautscheid nochmals am Mittwoch im Landtag. ""Ich glaube, es ist kein Drama noch einmal nachzuverhandeln."" Er sprach ""von einer Blamage"" f&uuml;r die rot-gr&uuml;ne Landesregierung, da sie nun auch mit ""Nein"" vortieren wolle. SPD-Medienstaatssekret&auml;r Marc Jan Eumann und SPD-Fraktionschef Norbert R&ouml;mer hatten darauf gedr&auml;ngt, den Staatsvertrag zu ratifizieren.</p>
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<h3>Kraft: ""Warum sollen wir jetzt den Kopf hinhalten?""</h3>
Vize-Ministerpr&auml;sidentin Sylvia L&ouml;hrmann (Gr&uuml;ne) nannte das Verhalten der CDU ein ""St&uuml;ck aus dem Tollhaus"". Ministerpr&auml;sidentin Hannelore Kraft (<acronym lang=""De"" title=""Sozialdemokratische Partei Deutschlands"">SPD</acronym>) zeigte sich ""fassungslos"": Trotz ""gr&ouml;&szlig;ter inhaltlicher Bedenken"" habe man sich in der rot-gr&uuml;nen Regierung f&uuml;r den Staatsvertrag eingesetzt - aus ""staatspolitischen Gr&uuml;nden"". Es sei Praxis, Zusagen der Vorg&auml;ngerregierung einzuhalten. Christdemokraten und Liberale w&uuml;rden sich aber nun ""ihrer politischen Verantwortung entziehen"". Da ihre Regierung nun eben eine Minderheitsregierung sei, fehle der Partner im Landtag, um eine Mehrheit f&uuml;r den Staatsvertrag zu bekommen. ""Warum sollen gerade wir jetzt f&uuml;r den Staatsvertrag den Kopf hinhalten, obwohl wir nicht mit allen Inhalten &uuml;bereinstimmen?"", so Kraft.<br /><br /><br />
<h3>Neuer Anlauf f&uuml;r Jugendschutz im Internet</h3>
<p>Dass nun gerade <acronym lang=""De"" title=""Nordrhein-Westfalen"">NRW </acronym>den Staatsvertrag stoppen wird, ist f&uuml;r die rot-gr&uuml;ne Minderheitsregierung unangenehm, zumal Kraft (<acronym lang=""De"" title=""Sozialdemokratische Partei Deutschlands"">SPD</acronym>) derzeit auch Bundesratsvorsitzende ist. ""Wir werden jetzt umgehend einen neuen Anlauf f&uuml;r einen neuen verbesserten Kinder- und Jugendschutz nehmen. Wir werden dabei Motor sein"", sagte die Ministerpr&auml;sidentin. Nat&uuml;rlich sei man in der federf&uuml;hrenden Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz unter Kurt Beck (<acronym lang=""De"" title=""Sozialdemokratische Partei Deutschlands"">SPD</acronym>) und in den anderen Bundesl&auml;nder nicht gl&uuml;cklich &uuml;ber die Entwicklung. Bisher sei erst einmal in 1967&nbsp;ein ausgehandelter Staatsvertrag nicht ratifiziert worden.</p>
<h3>Streit bei Rot-Gr&uuml;n</h3>
<p id=""wsBu04After"">In den vergangenen Wochen hatte es bei Rot-Gr&uuml;n Uneinigkeit &uuml;ber die Neuregelung gegeben. Einige <acronym lang=""De"" title=""Sozialdemokratische Partei Deutschlands"">SPD</acronym>-Abgeordnete, aber insbesondere die Gr&uuml;nen, hatten immer wieder ihre kritische Haltung gegen&uuml;ber dem Staatsvertrag - auch im Internet - deutlich gemacht. F&uuml;r den CDU-Medienexperten Krautscheid spielte dieses Verhalten mit eine Rolle f&uuml;r die Entscheidung seiner Fraktion, den neuen Vertrag nun abzulehnen: Es k&ouml;nne nicht sein, so Krautscheid, dass ""einige sich als Held der Internetszene aufspielen und andere die Kohlen aus dem Feuer holen"".</p>
<p>Die Gr&uuml;nen hatten ihrer Fraktion sogar empfohlen, gegen den Staatsvertrag zu votieren. NRW-Parteichef Sven Lehmann hatte sich gegen die vorgelegte Neuregelung ausgesprochen und f&uuml;r eine Nachbesserung pl&auml;diert. Bis zuletzt hatte die Gr&uuml;nen-Fraktion ihr Abstimmungsverhalten offen gelassen. Es war aber mit einem rot-gr&uuml;nen ""Ja"" plus zus&auml;tzlichem Entschlie&szlig;ungsantrag gerechnet worden, der die Kritikpunkte benennen sollte. Die m&ouml;gliche Zustimmung von SPD und Gr&uuml;nen in NRW sorgte f&uuml;r Kritik in der Netzgemeinde. Sie moniert, dass die Novellierung des Vertrags ein Versuch sei, Inhalte im Netz zu zensieren, und lehnt sie deshalb ab.</p>
<h3>Freude im Netz</h3>
<p>Umso gr&ouml;&szlig;er war die Begeisterung in Netz, als die Entwicklung in NRW bekannt wurde. In den sozialen Netzwerken wurde das voraussichtliche Scheitern fast einhellig begr&uuml;&szlig;t. Die Piratenpartei in NRW begr&uuml;&szlig;te die Ablehnung: Sie zeige, dass die Aufkl&auml;rungsversuche und der Druck aus dem Netz Wirkung gezeigt h&auml;tten, sagte der politische Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Richard Klees <strong>WDR.de</strong>. Der Staatsvertrag sei so nicht praktikabel - er bezeichnete ihn als ""Schrott"".</p>
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<p><a href=""http://www.wdr.de/themen/computer/internet/jugendmedienschutz/101215.jhtml?rubrikenstyle=computer"">Quelle</a></p>
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