08.03.2006 18:46

Verbot von Killerspielen: Innenminister der Union

<br> Die gro&szlig;e Aufregung im vergangenen Jahr um ein m&ouml;gliches Verbot von bestimmten Computerspielen war offenbar nicht ohne Grund. Fast unbemerkt haben sich die Innenminister von CDU und CSU auf einer Konferenz am vergangenen Freitag einstimmig f&uuml;r ein Verbot der Produktion als auch des Vertriebs so genannter Killerspiele ausgesprochen. So w&uuml;rden Video- und Computerspiele ein erhebliches Gef&auml;hrdungspotential insbesondere f&uuml;r Kinder und Jugendliche darstellen. Nach Einsch&auml;tzung der Unions-Politiker funktioniert die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) nur sehr mangelhaft und steht nicht mit dem Jugendschutzgesetz im Einklang. Im Gegensatz zum Koalitionsvertrag von Union und SPD vom vergangenen Herbst, z&auml;hlen die Minister nicht nur reale Gefechtsspiele wie Paintball dazu, sondern ganz konkret Computerspiele. So sei ein erhebliches Problem die Verbreitung von virtuellen Killerspielen im Internet. <i>""Hier gibt es einen riesigen grauen Markt. Experten erwarten in den n&auml;chsten Jahren zudem ei­nen erheblichen Zuwachs der Teilnehmerzahlen an diesen &uuml;beraus brutalen Online-Spielen von heute 3,4 Millionen auf 30 Millionen im Jahr 2009. Wir beobachten die zunehmende Gewaltbereitschaft gerade von Kindern und Jugendlichen mit gro&szlig;er Sorge. Deshalb muss konsequent gegen Spiele, die Gewalt in jeder Form verherrlichen, vorgegangen werden. Dazu sollte das Jugend­schutzgesetz insofern ge&auml;ndert werden, dass eine niedrigere Eingriffsschwelle, durch das Streichen des Wortes &prime;offensichtlich&prime; jugendgef&auml;hrdend, erreicht wird. Diese Spiele sind mit einem effektiven Jugendschutz schlicht unvereinbar. Mit geeig­neten technischen Ma&szlig;nahmen, beispielsweise durch elektronische Filter, muss si­chergestellt werden, dass Minderj&auml;hrige keinen Zugriff auf solche Spiele haben. Hier sind insbesondere die Provider gefordert, aber auch die Betreiber von so genannten Internet-Cafes""</i>, sagte Hessens Innenminister Volker Bouffier. <br> <br> Einhellig wurde die Bundesregierung gebeten, gemeinsam mit den L&auml;ndern, auf Bundes- und europ&auml;ischer Ebene in diesem Sinne t&auml;tig zu werden. <br> <br> Bundes-Familienministerin Ursula von der Leyen hatte sich in der Vergangenheit ebenfalls f&uuml;r ein Verbot von Killerspielen ausgesprochen. Ohne jedoch eine wirkliche Definition f&uuml;r diesen Begriff zu liefern. Auch bei der neuerlichen Erkl&auml;rung der Landes-Innenminister bleibt unklar, welche Spiele ganz genau zu diesen so genannten Killerspielen gez&auml;hlt werden sollen und was am USK-System nicht funktioniere. Es ist durchaus m&ouml;glich, dass nicht nur Ego-Shooter wie Counterstrike oder Doom im Visier der Politik sind, sondern auch Online-Rollenspiele wie Everquest und World of WarCraft, die ebenfalls Gewaltdarstellungen und kriegerische Konflikte - wenn auch stark abstrahiert - beinhalten. Oder aber die Politik will k&uuml;nftig Spiele, die jetzt eine ""ab 16""-Einstufung der USK erhalten, nur f&uuml;r Erwachsene zug&auml;nglich machen – also keine Jugendfreigabe erteilen. <br> <br> Florian M&uuml;ller, einer der Hauptverhinderer des EU-Software-Patente-Gesetzes und Ex-Mitarbeiter von Blizzard Deutschland, hat sich etwas genauer mit dem neuen Vorsto&szlig; der Innenminister auseinandergesetzt. Nach seiner Einsch&auml;tzung k&ouml;nne die Spieleindustrie zusammen mit ihren Handelspartnern und den Spielern durchaus noch eine vern&uuml;nftige L&ouml;sung erreichen. Dazu ben&ouml;tige es jedoch einiges an Engagement von allen Beteiligten, durch Medienarbeit und Sachinformation die Spitzen der deutschen Politik zum Einlenken zu bewegen. Bis jetzt sei es ""nur"" eine ""fixe Idee"" von einer &uuml;berschaubaren Zahl Politikern.