16.12.2005 19:05

Kurzzeitig keine Strafverfolgung von Nutzern illeg

<br> Das wird Spielefirmen nicht freuen: Laut einem Bericht der Zeitung Die Welt in der heutigen Ausgabe haben gesch&auml;digte Unternehmen derzeit keine rechtlichen Mittel mehr, gegen Nutzer illegaler Tauschb&ouml;rsen vorzugehen. Das Landgericht Flensburg hat in einem aktuellen Urteil entschieden, dass die Telekommunikationsfirma Versatel nicht f&uuml;r fremde Inhalte verantwortlich gemacht werden kann. Deswegen muss das Unternehmen auch keine Daten von Tauschb&ouml;rsennutzern speichern und herausgeben. Der Anwalt von Versatel bezeichnet dies als Pr&auml;zedenzfall, auf das sich andere Internet-Dienstleister berufen k&ouml;nnen. Der Stein kam ins Rollen, nachdem die Schweizer Firma Logistep zum Beispiel im Auftrag von Zuxxez tausende von E-Mails an DSL-Anbieter verschickte, in denen sie die jeweilige Firma aufforderte, die Daten eines Tauschb&ouml;rsennutzers zu speichern und an Strafverfolgungsbeh&ouml;rden weiterzugeben. Gleichzeitig stellte Logistep in Massen Strafanzeigen zum Beispiel bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe. An die Daten kamen die Schweizer mit manipulierten Shareaza-Clients, die zum Speichern von Nutzerkennungen, Timepstamps und IP-Adressen ausgelegt sind. Bereits in den letzten Wochen ist es Internetanbietern gelungen, Massen-E-Mail-Beschuss durch Logistep mit einstweiligen Verf&uuml;gungen zu stoppen. <br> <br> Urheberrechtsverletzungen werden jetzt aber nicht legalisiert: Bereits f&uuml;r 2006 plant die Bundesregierung ein Gesetz zur Datenspeicherung auf Vorrat. Dann werden geprellte Spielehersteller vermutlich wieder Daten einfordern wollen und auch k&ouml;nnen.