15.11.2005 19:15

Spiegel-Online: Was sind Killerspiele?

<br> Ist Counterstrike ein Killerspiel? Dieser Frage geht ein Artikel auf <a href=""http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,384911,00.html"" target=_blank>Spiegel.de</a> nach. Denn offenbar weiß selbst die Politik nicht so ganz genau, was sie mit dem Passus ""Verbot von Killerspielen"" im jüngst zwischen CDU/CSU und SPD vereinbarten Koalitionsvertrag gemeint hat. In einem früheren Gesetzesantrag werden Computerspiele ausdrücklich nicht zum Bereich der Killerspiele gezählt. Vielmehr werden darunter Gotcha, Paintball und Laserdrome verstanden. Laut einem Gespräch von Spiegel Online mit dem CSU-Abgeordneten Andreas Scheuer versteht zumindest die CSU aber auch Counterstrike darunter. In diesem Punkt gibt es aber unterschiedliche Auffassungen bei der CDU und CSU. Laut dem Büro der künftigen Familienministerin Ursula von der Leyen orientieren sich die Aussagen des Koalitionsvertrages an dem älteren Gesetzentwurf von 2002. Demnach sind Computerspiele keine Killerspiele. Jedoch zeigte sich der USK-Geschäftsführer Peter Gestenberger etwas überrascht: ""Deutschland hat bei Computerspielen den schärfsten Jugendschutz der Welt. „Killerspiele"" sind in Deutschland verboten. Das können ja nur Spiele im Sinne des § 131 StGB sein."" Weshalb also ein erneutes Verbot gefordert wird, ist ihm nicht klar. <br> <br> Andreas Scheuer von der CSU erklärt, dass in einem weiteren Schritt auch Computerspiele wie Counterstrike und Doom verboten werden sollten. Die geltenden Regelungen würden nicht ausreichen, um den Zugang von Jungendlichen und Kinder zu Gewaltspielen zu verhindern. Bis es jedoch zu einem entsprechenden Gesetz komme, müssten Untersuchungen von Experten abgewartet und alle Beteiligten angehört werden. Erst kürzlich hatten jedoch die Länder und die damalige Bundesregierung die Arbeit der USK ausdrücklich gelobt. Das Einstufungssystem in Deutschland würde gut funktionieren und häufigere Verbote (Indizierungen) seien nicht notwendig. Daher bleibt abzuwarten ob die SPD einer Verschärfung des Jugendschutzgesetzes zustimmen würde.